Curtiss R-2

Curtiss R-2

Curtiss R-2

Die Curtiss R-2 war ein zweisitziges Beobachtungsflugzeug, das bei der US-Armee und in größerer Zahl bei der RFC diente und im Wesentlichen eine vergrößerte Version des Curtiss Model N war.

Curtiss' früheste Versuche, Traktorflugzeuge zu produzieren, waren nicht erfolgreich, also beschlossen sie, einen britischen Ingenieur, B. Douglas Thomas, einzustellen, der für Sopwith gearbeitet hatte. Er half bei der Entwicklung des Model J und des Model N, zwei ziemlich kleinen Flugzeugen, die zum Model JN (Jenny) führten, dem bei weitem bedeutendsten amerikanischen Flugzeug des Ersten Weltkriegs.

Das ursprüngliche Model R (Curtiss Model 2) wurde in dem Versuch entwickelt, ein größeres und fortschrittlicheres Flugzeug als die J und N zu produzieren. Es wurde von einer 160 PS starken Curtiss VX angetrieben, die selbst eine größere Version der Curtiss OX-Familie war, die in der JN. Es hatte ebene Flügel mit gleicher Spannweite unter Verwendung eines RAF 6-Tragflügels, mit Schulterjoch-Steuerungen für die Querruder, die zwischen den Flügeln getragen wurden. Die Flügel waren stark gestaffelt, wobei der obere Flügel dem unteren Flügel deutlich voraus war. Die beiden Besatzungen saßen in einem einzigen großen Cockpit, wobei der Beobachter vorne und der Pilot hinten saß. Diese Anordnung wurde so gewählt, dass der Beobachter im Schwerpunkt sitzt und das Flugzeug somit gleich ausbalanciert wäre, wenn er nicht anwesend wäre. Dies bedeutete jedoch, dass die Sicht des Piloten durch den Beobachter behindert wurde. Ein Beispiel des Model R wurde produziert. Es wurde mit Rädern und als einstufiges Wasserflugzeug getestet, und die Flügel wurden später modifiziert, um ihnen eine V-Form zu verleihen.

Die Curtiss R-2 war die erste Serienversion des Flugzeugs und wurde 1915 entwickelt. Sie wurde im Vergleich zum Model R umfassend verändert. Der Motor blieb gleich, ebenso wie der Kühler im Autostil in der Nase. Das Einzelcockpit wurde durch zwei separate Cockpits ersetzt, wobei der Beobachter im vorderen Cockpit, das sich zwischen den Tragflächen befand, und der Pilot im hinteren Cockpit. Die Flügel hatten eine ungleiche Spannweite, wobei der längere obere Flügel die Querruder trug. Sie hatten einige Dieder. Das Fahrwerk wurde ebenso wie das Leitwerk neu gestaltet, das nun eine feste Seitenflosse und ein unausgeglichenes Ruder hatte (das alle beweglichen Ruder des Model R ersetzte).

Eine R-2 wurde modifiziert, um anstelle des Bugstrahlers einen Propellerspinner und zwei Kühler auf beiden Seiten des Rumpfes zu haben, aber dies wurde nicht für die Produktion übernommen und die gesamte R-Familie behielt den Bugstrahler bei.

Zwölf der Standard-R-2 wurden 1916 an die US-Armee verkauft (Seriennummern 64 bis 75), zu einem Preis von jeweils 12.000 US-Dollar. Einige von ihnen sahen Dienst bei Pershings Mexican Punitive Expedition. Pershing war während dieser Expedition von der Leistung dieses Flugzeugs im Allgemeinen unbeeindruckt.

Größter Kunde für die R-2 waren die Briten, die 100 Exemplare (Seriennummern 3445-3544) kauften. Diese Flugzeuge wurden von einem 200 PS starken Sunbeam Arab II-Motor angetrieben. Diese Flugzeuge wurden wahrscheinlich von der RNAS eingesetzt, da ihre Seriennummern in dem diesem Dienst zugeordneten Bereich liegen.

Ein Beispiel des Curtiss R-2A wurde ebenfalls produziert. Diese wurde parallel zur R-2 produziert und hatte die gleichen separaten Cockpits, neues Heck und neues Fahrwerk. Es behielt jedoch die Flügel mit gleicher Spannweite und die Querruder zwischen den Flugzeugen des Modells R bei. Im August 1915 stellte ein Curtiss-Pilot, Raymond V. Morris, einen amerikanischen Höhenrekord von 8.105 Fuß für ein Flugzeug auf, das einen Piloten und drei Passagiere beförderte.

Der R-2 folgte die Curtiss R-3, ein Aufklärungsflugzeug mit zwei Wasserflugzeugen. Nur zwei davon wurden gebaut, aber es folgten größere Stückzahlen der ähnlichen Curtiss R-6 und Curtiss R-9. Die Armee bestellte auch eine Reihe von Curtiss R-4, eine Landflugzeugversion mit einem stärkeren Motor und anderen kleineren Änderungen.

Motor: Curtiss V-X (RFC Sunbeam Arab II)
Leistung: 160 PS (RFC 200 PS)
Besatzung: 2 – Pilot und Beobachter
Spannweite: 45 Fuß 11,5 Zoll (oben), 38 Fuß 4 7/8 Zoll (unten)
Länge: 24 Fuß 4 3/8 Zoll
Leergewicht: 1,822lb
Bruttogewicht: 3.092lb
Maximales Abfluggewicht:
Höchstgeschwindigkeit: 86 Meilen pro Stunde
Steigrate: 4.000 Fuß in 10 Minuten
Ausdauer: 6,7 Stunden bei Reisegeschwindigkeit

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