Hygiene für alle

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Titel: Medizin für alle (oder hygienische Beratung)

Datum angezeigt:

Maße: Höhe 45,7 - Breite 35,3

Technik und andere Indikationen: Mit Schablonendruck-Gangel verbesserte Lithographie

Lagerraum: MuCEM-Website

Kontakt Copyright: © Foto RMN-Grand Palais - T. Le Magesite Web

Bildreferenz: 05-526364 / 38.6.92D

Medizin für alle (oder hygienische Beratung)

© Foto RMN-Grand Palais - T. Le Mage

Erscheinungsdatum: April 2011

Historischer Zusammenhang

Populäre Bilder und der Kampf um Hygiene

Ab der zweiten Hälfte des XIXe Jahrhundert interessiert die Frage der Hygiene die französische Gesellschaft immer mehr. Der Fortschritt der Medizin, das Aufkommen hygienischer Trends und die Festlegung von Gesundheitspolitiken sowohl in Bezug auf Stadtplanung als auch in Bezug auf Pflege und Prävention stellen sie immer mehr in den Mittelpunkt von Anliegen und Darstellungen.

In diesem Hygienebewusstsein der Franzosen spielen die "populären Bilder" von Lithografien, die in großer Anzahl gedruckt werden (in Zeitungen, Almanachen, in Form von Plakaten oder Werbekarten), eine große Rolle. In diesem Bereich, wie in so vielen anderen Bereichen, tragen diese Drucksachen dazu bei, das Gewissen zu formen und die Praktiken eines wachsenden Teils der Bevölkerung zu bestimmen.

In dieser Hinsicht Medizin für alle ist paradigmatisch. Es wurde zwischen 1852 und 1858 veröffentlicht und übersetzt, begleitet und fördert eine an alle gerichtete Botschaft der Prävention, die den zuvor erwähnten Kontext sowie die politischen und sozialen Wünsche der "neuen" Ära perfekt zum Ausdruck bringt.

Bildanalyse

Hygienehinweise in Bildern

Hergestellt und gedruckt in Metz, in den Werkstätten des berühmten Gangel-Hauses, Medizin für alle (oder hygienische Beratung [sic]) präsentiert alle Aspekte der weit verbreiteten "populären" Lithographie der Zeit. Die Funktionen sind einfach und neigen zur Karikatur (siehe die Gesichter der Charaktere). Hell und abwechslungsreich, die Farben ziehen leicht die Aufmerksamkeit auf sich.

Dieses Dokument enthält siebzehn kleine humorvolle Skizzen, die in fünf horizontale Reihen unterteilt sind. Jedes dieser Bilder, das in Drucken dieser Zeit weit verbreitet ist, wird von einem kurzen Text (Anweisungen oder Beschreibungen) begleitet, der "Hygienehinweise" enthält, die leicht auf verschiedene Situationen des täglichen Lebens anwendbar sind.

Der Einfluss der Farce ist in den Situationen, Kostümen und Ausdrücken sichtbar, wie in einer gewissen Rohheit. Wir stellen auch die Vielfalt der Orte (drinnen, draußen, bei der Arbeit, zu Hause), der sozialen Schichten (Bauern, Arbeiter, Bourgeois) und der Charaktere (Anwesenheit von "Türken" und Schwarzen, Frauen, Männern und Frauen) fest. 'Kinder).

Interpretation

Eine Pädagogik für alle

Medizin für jeder (oder hygienische Beratung) präsentiert sich als Versuch einer „demokratischen“ Pädagogik. Die Vielfalt der Motive lässt auf ein universalistisches Ziel schließen, an das sich der Titel erinnert: Dieser Rat sollte für alle gelten, unabhängig von Zustand, Aktivität, Lebensort oder Arbeitsort der Menschen. Diese Art der Gleichstellung in Bezug auf Hygiene dürfte die privilegierten Empfänger von Lithografie ansprechen.

Letzteres richtet sich eindeutig an die bescheidensten Bevölkerungsgruppen, indem es die humorvolle und burleske Referenz wählt, um auf einfache Weise hygienische Regeln zu vermitteln. Hygiene ist keine strenge Wissenschaft, sondern beinhaltet sehr konkrete und vernünftige Praktiken. An die Medizin gebunden, da sie die Gesundheit fördert, hängt sie nicht von Ärzten ab, denen wir in diesen Kreisen seit genau den Theaterstreiche und Molière immer noch misstrauisch sind. Für alle zugänglich, muss es das Bewusstsein schrittweise integrieren und täglich Gegenstand neuer Praktiken sein.

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  • beliebte Bilder
  • Krankheit
  • Medizin

Literaturverzeichnis

Alain CORBIN [dir.], Geschichte des Körpers, vol. II "Von der Revolution zum Ersten Weltkrieg", Paris, Le Seuil, Slg. "L'Univers historique", 2005.Didier NOURRISSON, "Einführung" in die Gesundheitserziehung. XIX.-XX. Jahrhundert, Rennes, National School of Public Health (Slg. "Recherche, santé, social.Histoire", 2002.Georges VIGARELLO, Geschichte der Gesundheitspraktiken. Die Gesunden und die Ungesunden seit dem Mittelalter, Paris, Le Seuil, Slg. "Points Histoire", 1999.

Um diesen Artikel zu zitieren

Alexandre SUMPF, "Hygiene für alle"


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