Der Mann mit den Messern zwischen den Zähnen, wieder besucht

Der Mann mit den Messern zwischen den Zähnen, wieder besucht

Gegen das ! Kommunist wählen!

© ADAGP, Bibliothek für zeitgenössische internationale Dokumentation / MHC

Erscheinungsdatum: Januar 2006

Historischer Zusammenhang

Die französische Sektion der Kommunistischen Internationale (S.F.I.C.) wurde im November 1920 aus der Spaltung zwischen Sozialisten und Kommunisten auf dem Tours-Kongress der S.F.I.O. Mit Stalins Zustimmung geben die Kommunisten die Strategie des "Klasse gegen Klasse" -Kampfes auf und beteiligen sich dann am antifaschistischen Kampf. Nachdem Hitler die Macht in Deutschland endgültig erobert hat, akzeptiert Stalin eine Zeitlang zögernd die Möglichkeit eines Bündnisses mit den "bürgerlichen" Parteien der Sozialisten und Radikal-Sozialisten.

In Frankreich rechtfertigt der Aufstieg der rechtsextremen Ligen, von denen die Krise vom 6. Februar 1934 die sichtbarste Manifestation ist, die Annahme der "Politik der ausgestreckten Hand" durch Maurice Thorez, den Führer von SFIC Sozialisten, Kommunisten und Radikale unterzeichneten daraufhin Wahlabkommen, die es ihnen ermöglichten, die Parlamentswahlen von 1936 weitgehend zu gewinnen und eine Regierung der „Volksfront“ zu bilden.

Bildanalyse

Mehr als sein "Vorfahr" von 1919 ist dieses "Messer zwischen den Zähnen" als expliziter Hinweis auf das Plakat von H. Petit aus dem Jahr 1934 gedacht, das einen Stalin zeigt, der in Bestialität beeindruckend und ziemlich beängstigend ist. In der Tat verwendet Cabrol hier den gleichen Rahmen für Hitler, den er in einem zutiefst verächtlichen "Das" zusammenfasst und dem er den Begriff "Kommunist" radikal widersetzt. Schließlich ist auch der Griff des Messers selbst mit deutlichen Symbolen geschmückt: dem Kreuzfeuerschädel links, dem geflügelten Helm und dem Young Patriots-Schwert in der Mitte, der Lilie von Action française auf der rechten Seite.

Cabrol fügt der anfänglichen Symbolik spezifisch kommunistische Themen hinzu. Einerseits lenkt es die Aufmerksamkeit nicht auf das Blut der rot diffundierten Messerklinge, sondern auf ihren Hersteller. Damit prangert der Plakatgestalter die Absprache der großen deutschen Arbeitgeber (Krupp), auch eines Teils der französischen Arbeitgeber (De Wendel) mit den Nationalsozialisten an. Auf der anderen Seite zeichnet Hitlers Schnurrbart, der nicht wie bei Stalins Haaren an Funken erinnert, eindeutig einen deutschen Kaiseradler. Tatsächlich zeichnet sich Cabrol durch den parodistischen Charakter seiner Zeichnung aus: Die Pupillen erinnern an Hakenkreuze, die Ohren und die Nase des Nazi-Diktators sind rot, seine Gesichtszüge völlig verzerrt, sein berühmter Pony ziemlich übertrieben.

Interpretation

Die Symbolik des Messers zwischen den Zähnen erfreut sich in Frankreich wachsender Erfolge. Das erste Ereignis geht an Adrien Barrière, der 1919 das Cover einer Broschüre illustrierte, in der die Franzosen aufgefordert wurden, bei den Parlamentswahlen im November gegen den Bolschewismus zu stimmen. 1934 reaktivierten die Nationalrepublikaner von Henri de Kérillis das Symbol und legten diesmal das Messer nicht mehr zwischen die Zähne eines blutgetrunkenen Bolschewiki, sondern eines dämonisierten Stalins. 1936, am Vorabend der Parlamentswahlen, die der Volksfront den Sieg bescheren werden, wurde Cabrol, der Karikaturist der Beliebt, eine kommunistische Zeitung, belebt die Entführung des Emblems des Antikommunismus.

In der Tat hatten lokale Initiativen seit Anfang der 1920er Jahre Arbeiter dazu gebracht, mit dem Messer zwischen den Zähnen vorzuführen. Hier handelt es sich um ein Wahlplakat, wie sowohl der klare und direkte Slogan als auch die mögliche Erwähnung des Kandidaten des Wahlkreises, in dem das Plakat ausgestellt werden soll, unten links belegen. In einem bewusst karikaturistischen Stil verewigt diese Parodie die Verankerung des Messersymbols in der nationalen Vorstellungskraft und enthüllt deutlich die Alternative für die Franzosen: Hitler oder Stalin, "national" oder "kommunistisch", Barbarei oder die Volksfront.

  • Hitler (Adolf)
  • Kommunismus
  • Dritte Republik
  • Poster
  • Propaganda
  • Karikatur
  • Französische Aktion
  • SFIO
  • Stalin (Joseph Vissarionovich Dzhugashvili, sagte)

Literaturverzeichnis

Maurice AGULHON, Die Republik, Paris, Hachette, umg. "Pluriel", 2 Bände, neue erweiterte Ausgabe, 1990. Jean-Jacques BECKER und Serge BERSTEIN, Geschichte des Antikommunismus in Frankreich, Band I "1917-1940", Paris, Orban, 1987.Philippe BUTON und Laurent GERVEREAU, Das Messer zwischen den Zähnen: Siebzig Jahre kommunistische und antikommunistische Plakate (1917-1987), Paris, Chêne, 1989 Pascal ORY (dir.), Neue Geschichte politischer Ideen in Frankreich, Paris, Hachette, umg. "Pluriel", überarbeitete und erweiterte Ausgabe, 1987. René REMOND, Rechte in Frankreich, Paris, Aubier-Montaigne, 1982. Jean-François SIRINELLI (Regie), Französische Rechte: von der Revolution bis heute, Paris, Gallimard, umg. "History Folio", 1992. Michael WINOCK, Nationalismus, Antisemitismus und Faschismus in Frankreich, Paris, Le Seuil, umg. "Points", 1990.

Um diesen Artikel zu zitieren

Alexandre SUMPF, "Der Mann mit den Messern zwischen den Zähnen, wieder besucht"


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