Schule, der erste Platz im Kampf gegen Alkoholismus

Schule, der erste Platz im Kampf gegen Alkoholismus

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Titel: Alkohol ist der Feind.

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Technik und andere Indikationen: Wandmalerei von Doktor Galtier-Boissière.

Lagerort: Ecomusée le Creusot Montceau Website

Kontakt Copyright: © Ecomusée de la Communauté Urbaine Le Creusot Montceau-Les-Mines - Foto Daniel Busseuil

© Ecomusée de la Communauté Urbaine Le Creusot Montceau-Les-Mines - Foto Daniel Busseuil

Erscheinungsdatum: Januar 2006

Historischer Zusammenhang

Seit 1873, dem Jahr, in dem die "Théophile Roussel-Gesetze" erlassen wurden, um die Trunkenheit in der Öffentlichkeit zu unterdrücken, fordern Vertreter der Mäßigkeitsligen energische Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen den Alkoholismus. 1895 erhielten sie von Raymond Poincaré, dem damaligen Minister für öffentlichen Unterricht, eine Lehre über die Gefahren von Alkohol "unter dem Gesichtspunkt der Hygiene, der Moral, der sozialen und politischen Ökonomie". nimmt einen offiziellen Platz im Programm ein, genau wie Französisch und Mathematik. Ärzte kommen, um Lehrer und Normalen auszubilden und sämtliches alkoholfreies Material in den Unterricht einzuführen, von Postern bis zu Wandkarten, einschließlich Löschblättern, guten Punkten und Lehrbüchern für das tägliche Lesen.

Bildanalyse

Dieses Wandgemälde, erwähnt von Marcel Pagnol in Die Herrlichkeit meines Vaterswurde von Doktor Galtier-Boissière entworfen. Basierend auf einer Pädagogik der Angst präsentiert es denselben Mann vor und nach den Verwüstungen des Alkoholismus. Er vergleicht auch gesunde Organe mit durch Alkohol geschädigten Eingeweiden, was darauf hindeutet, dass der "Säufer" nicht geheilt werden kann.

Solange er nüchtern ist, ist der Charakter richtig gekleidet. Sein Schnurrbart ist glatt und sein Haar sorgfältig gekämmt; Sowohl seine Eingeweide als auch sein Gehirn sehen gut aus. Der Mann ist mäßig geworden und vernachlässigt sich selbst. Er hat seinen Bart wachsen lassen und sein Haar, das seltener ist, wird nicht gekämmt. Tiefe Falten ziehen sich durch ihr Gesicht. Er trägt keine Krawatte mehr, sein Hemdkragen ist offen. Im Inneren ist es schlimmer: Der Magen hat Geschwüre, Fettabbau hat Herz und Nieren betroffen, der Trinker hat Meningitis.

Wie diese Tafel zeigt, die auch an den Rändern des Rahmens gute "natürliche Getränke" und schlechte "industrielle Alkohole" ablehnt, waren für die damaligen Ärzte nicht alle Getränke schädlich. Wein, Bier, Apfelwein und Birnenwein, die durch Fermentation gewonnen werden, machen Menschen oder Meerschweinchenmäuse nicht krank. Im Gegensatz dazu töten Getreide-, Rüben- oder Kartoffelalkohol sowohl Trinker als auch Nagetiere schnell ab.

Interpretation

Diese wissenschaftlich unbegründete Unterscheidung zwischen hygienischen Getränken und industriellen Alkoholen wird noch ein halbes Jahrhundert dauern. Bis in die 1950er Jahre wurden nur destillierte Getränke nicht empfohlen. Die französische Ärzteschaft glaubt wie Dr. Galtier-Boissière weiterhin, dass fermentierte Getränke hygienisch sind und dass ihr Konsum mit einem Liter pro Tag gefördert werden kann. Wein gilt immer noch als Medizin und Erholungsmittel. In Schulen verteilte Werbeblotter weisen immer darauf hin, dass ein Liter 12-Grad-Wein 850 Gramm Milch, 370 Gramm Brot, 585 Gramm Fleisch oder fünf Eier entspricht.

Nur wenige Mitglieder alkoholfreier Ligen schreiben regelmäßig in der Presse, dass "Weintrinker auch Alkoholiker sind".

Wie das Vorhandensein dieses Gemäldes in den Klassenzimmern zeigt, befindet sich die Schule in der ersten Hälfte des XXe Jahrhundert, der Hauptort der Prävention von Alkoholismus. Unter IIIe Republik, Bildungsbeamte sind überzeugt, dass es ihnen gelingen wird, die Eltern zu erreichen, um ihr Verhalten zu ändern, indem sie den Jugendlichen Nüchternheit und Mäßigkeit beibringen.

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  • Dritte Republik
  • Wein
  • Poincaré (Raymond)
  • Gesundheit

Literaturverzeichnis

Didier NOURRISSON, Der Trinker des 19. Jahrhunderts, Paris, Albin Michel, umg. "L’Aventure humaine", 1990. Myriam TSIKOUNAS, "Le diskurs alcoologique en France (1873-1918)", in Ireb Notizbücher, Nr. 10, 1991, S. 43-57 Französisches Komitee für Gesundheitserziehung (C.F.E.S.), 130 Jahre Alkoholprävention in Frankreich. 1870-2000, Paris, Hrsg. Of C.F.E.S., 2000.

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Myriam TSIKOUNAS, "Schule, der erste Platz im Kampf gegen Alkoholismus"


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