Entmenschlichung von Soldaten

Entmenschlichung von Soldaten

© ADAGP, Foto RMN-Grand Palais - Bulloz

Erscheinungsdatum: Juli 2006

Historischer Zusammenhang

Während der Feindseligkeiten von 1914 bis 1918 in allen kriegführenden Ländern haben Maler, wie die überwiegende Mehrheit der Künstler und Intellektuellen, mobilisiert oder nicht, aufrichtig an der Kultur des Krieges teilgenommen, indem sie mehr oder weniger patriotische Werke geschaffen haben. Mitte der zwanziger Jahre standen Erinnerungs- und Feierbewegungen im Mittelpunkt der Anliegen der Künstler.

Bildanalyse

Im Der KriegMarcel Gromaire vertrat fünf Soldaten mit Helm, die in Mäntel-Brustpanzer gehüllt waren, in einem Graben: drei warteten auf einen möglichen Angriff; die anderen beiden beobachten die Niemandsland durch einen Schlitz in einer Stahlplatte. Mit kubismusnahen Plastikmitteln symbolisiert es den bewaffneten Kampf von Menschenrobotern im industriellen Maßstab. Letztere scheinen gefroren zu sein und fügen sich fast in die Landschaft ein (nur die horizontblaue Farbe ihrer Uniform unterscheidet sie von der Wand des Grabens) bis hin zu Steinblöcken, kolossalen Statuen mit abgerundeten Formen (die Ausrüstung). und steil. Nur die Hände haben ein menschliches Aussehen bewahrt.

Interpretation

Künstler sind nicht immun gegen die globale Entwicklung der Wahrnehmung von Konfrontation und ihrer schrecklichen Gewalt. Die Zeit des heroischen Realismus, der patriotischen Allegorien und der kriegerischen Erhebung zu Beginn des Konflikts machte allmählich verschiedenen Versuchen Platz, Leiden und Tod zu erklären. Die bildliche Art verwandelt sich, beseitigt ihr ästhetisches Lametta, ihren trügerischen Realismus, die Linien brechen, die Farben platzen, nicht um die Details des Kampfes darzustellen, sondern um ein anderes Gefühl für sein Entsetzen zu vermitteln. Gromaire malte dieses Bild sieben Jahre nach Kriegsende mit der Distanz einer retrospektiven Ansicht, die auf seiner eigenen Erfahrung als Veteran beruhte. Die allgemeine Zusammensetzung bezieht sich zwar auf die Mechanisierung und Entmenschlichung der Zusammenstöße, erinnert aber auch an eines der vielen Denkmäler für die Toten, die unmittelbar nach dem Krieg errichtet wurden, um gemeinsam das Gemetzel zu bezeugen und das Opfer der Soldaten nicht zu vergessen. Der massive und statuarische Körper von diesen ist ein Grabdenkmal geworden. Wir können durch dieses Werk von 1925 deutlich sehen, dass der Maler von der Zustimmung zum Krieg zur Zustimmung zur Gedenkfeier überging.

  • Heer
  • Kubismus
  • Krieg von 14-18
  • behaart
  • Erinnerung
  • Patriotismus
  • Roboter

Literaturverzeichnis

Stéphane AUDOIN-ROUZEAU und Jean-Jacques BECKER (Hrsg.), Enzyklopädie des Ersten Weltkriegs, 1914-1918, Paris, Bayard, 2004.Philippe DAGEN, Das Schweigen der Maler. Künstler angesichts des Ersten Weltkriegs, Paris, Fayard, 1996 Kenneth E. SILVER, Vers le retour à l'Orange. Die Pariser Avantgarde und der Erste Weltkrieg, Paris, Flammarion, 1991. Pierre VALLAUD, 14-18, Erster Weltkrieg, Bände I und II, Paris, Fayard, 2004.

Um diesen Artikel zu zitieren

Laurent VÉRAY, "Die Entmenschlichung von Soldaten"


Video: Soldaten mit PTBS - Therapien gegen das Trauma. Doku. 45 Min. NDR