Kaffee am sozialen Scheideweg

Kaffee am sozialen Scheideweg

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Titel: Die Kartenspieler.

Autor: CEZANNE Paul (1839 - 1906)

Datum angezeigt:

Maße: Höhe 47,5 - Breite 57

Technik und andere Indikationen: Öl auf Leinwand, um 1890-1895.

Lagerraum: Orsay Museum Website

Kontakt Copyright: © Foto RMN-Grand Palais - H. Lewandowskisite Web

Bildreferenz: 03-014337 / RF1969

© Foto RMN-Grand Palais - H. Lewandowski

Erscheinungsdatum: August 2011

Professor für Zeitgeschichte IUFM und Claude Bernard Lyon University 1. Leiter der Universität für alle, Jean Monnet University, Saint-Etienne.

Historischer Zusammenhang

Kaffee im Herzen der Gesellschaft

Während des gesamten XIXe Jahrhundert, Kaffee, unter sehr unterschiedlichen Namen (Kabarett, Weinhändler, Mastroquet), entwässert alle sozialen Kategorien, alle Berufe. Nach dem sehr liberalen Gesetz vom 17. Juli 1880 nimmt der Strom der Weinflut unaufhaltsam zu: 349.000 Trinkbetriebe in den frühen Tagen des IIIe Republik, 418.000 zu Beginn der 1890er Jahre, dh eine Flussrate für zweiundneunzig Einwohner, Männer, Frauen und Kinder eingeschlossen. Zwischen den Wänden "reden" wir, "spielen", "trinken", "rauchen" in Anonymität und Geselligkeit.

Bildanalyse

Ländliche Lebensszene

Cézanne setzt zwei Männer an einen rechteckigen Tisch. Das Café wirkt, ohne es identifizieren zu können, sehr bescheiden: ein Holztisch mit einer kurzen Tischdecke, gewöhnliche Stühle, eine einfache Flasche Wein. Nur ein Wandspiegel hellt das Dekor auf. Cézanne nimmt die Bauern von Jas de Bouffan, seinem Anwesen in der Nähe von Aix-en-Provence, als Vorbild. Die beiden Männer nahmen in ihrer besten Sonntagszeit ihre Hüte nicht ab. Sie wirken gefroren und konzentrieren sich auf ihr Spiel. Eine der Tonpfeifen von ihnen erscheint nur als Erweiterung seines Gesichts. Der Maler scheint sich viel mehr für die Komposition seines Gemäldes als für Figuren zu interessieren. In Nahaufnahme sind die beiden Männer nach einer Pyramidenstruktur inszeniert, deren Basis die Tischplatte bildet. Sogar die Gesichter sind eckig und die Kappen zylindrisch. Um ihnen jedoch so wenig Ausdruckskraft wie möglich zu verleihen, erlegt der Maler ihnen Unbeweglichkeit auf und denkt nur daran, mit Farbe zu arbeiten.

Dann schreibt er: "Die Zeichnung und die Farbe sind nicht verschieden, während wir malen, zeichnen wir. Je harmonischer die Farbe ist, desto präziser wird die Zeichnung. Eine vorbereitende Bleistiftskizze, die sich jetzt im Boymans Museum in Rotterdam befindet, zeigt, dass er den Mund eines Spielers mit einer Zigarette geschmückt hatte: Er gab sie auf, als wollte er den Mann zu einer Zigarette machen. Form ohne Innerlichkeit. "Wenn der Mensch endlich in Sicht ist, sieht er es als die Landschaft, die in sich selbst isoliert ist. Porträts, Figuren von Trinkern, Kartenspielern […]. Wiederum ist das Volumen, nichts als das Volumen, das eng mit dem Fleisch, den Nerven, dem Blut vermischt ist, die Substanz selbst. Cézanne behauptet, es nur in Form auszudrücken “, schreibt einer der frühesten Kritiker des Malers, der Dichter Ramuz.

Interpretation

Belle Epoque

Inspiriert vom Thema der Kartenspieler, die dem XVII am Herzen liegene Jahrhundert (vgl. Der Betrüger von Georges de La Tour), Cézanne verlässt dort seine Landschaften (L’Estaque, Blick auf den Golf von Marseille im Jahr 1878, Die Ufer der Marne 1888) und seine Stillleben (Stillleben mit dem Vorhang 1899), um sich in der Genreszene zu engagieren. Die Belle Époque ist in diesem Gemälde dargestellt, in dem Cézanne die Hobbys der Arbeiter zeigen möchte. Mit Die KartenspielerEr möchte einen Moment der Entspannung veranschaulichen, den zwei Männer in Sorglosigkeit und Ruhe teilen.

  • Kabaretts
  • Cafés
  • Spiel

Literaturverzeichnis

Luc BIHL-WILLETTE, Von Tavernen zu Bistrots: Eine Geschichte der Cafés, Lausanne, L'ge d'homme, 1997. Jean-Claude BOLOGNE, Geschichte der Cafés und Cafetiers, Paris, Larousse, 1993. Ursula HEISE, Geschichte des Kaffees und die berühmtesten Cafés, Paris, Belfond, 1988. Henri-Melchior de LANGLE, Le Petit Monde des Cafés und Debits Parisiens au XIXe siècle.Evolution de la sociabilité citadine, Paris, PUF, coll. "Histoires", 1990.Didier NOURRISSON, Le Buveur du XIXe siècle, Paris, Albin Michel, Slg. "L’Aventure humaine", 1990. Didier NOURRISSON, Zigarette. Geschichte eines Hänseleien, Paris, Payot, 2010.

Um diesen Artikel zu zitieren

Didier NOURRISSON, "Kaffee am sozialen Scheideweg"


Video: Kaffee - ein psychoaktives Genussmittel