Berlin in den 1930er Jahren: zwischen Raserei und Chaos

Berlin in den 1930er Jahren: zwischen Raserei und Chaos

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Titel: Straße in Berlin.

Autor: GROSZ George (1893 - 1959)

Erstellungsdatum : 1931

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Technik und andere Indikationen: Öl auf Leinwand

Lagerraum: Website des Grenoble Museums

Kontakt Copyright: © ADAGP, © Fotomuseum von Grenoblesite Web

© ADAGP, Fotografie des Grenoble-Museums

Erscheinungsdatum: Februar 2015

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Berlin in den 1930er Jahren: zwischen Raserei und Chaos

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Historischer Zusammenhang

Deutschland im Chaos

Der Erste Weltkrieg und die deutsche Niederlage hatten wichtige politische und wirtschaftliche Konsequenzen. Der Krieg löste eine Zeit heftiger innerer Unruhen aus, insbesondere in Berlin, wo Anfang 1919 die spartakistische Revolution stattfand.

Andererseits musste sich die Weimarer Republik 1923 einer sehr ernsten Wirtschaftskrise stellen: Deutschland litt unter einer beispiellosen Inflation, die Millionen von Sparern ruinierte und die Menschen nachhaltig prägte, während bestimmte Industrielle dies schafften in dieser Zeit reich werden. Trotz der Erholung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in den folgenden Jahren blieben die sozialen Ungleichheiten auffällig, und die Regierung wurde nicht nur von extremistischen Parteien, sondern auch von Intellektuellen, die dies jetzt getan hatten, zunehmend virulent kritisiert viele Ausdrucksmittel, wie sich das intellektuelle und künstlerische Leben in Berlin entwickelt hat.

Bildanalyse

Grosz 'soziale Satire

George Grosz (1893-1959), Designer und Maler aus Berlin, stellte damit seine Kunst in den Dienst der Gesellschaftskritik. Während des Krieges mobilisiert, kehrte er 1918 nach Berlin zurück, wo er sich an politischen Aktivitäten beteiligte: Er half 1918 bei der Gründung der Dada-Bewegung in Berlin, bevor er der Kommunistischen Partei Deutschlands beitrat, während seine Cartoons sehr aggressiv, rücksichtslos die Vertreter der Bourgeoisie geißeln und sich weigern, ein verschönertes Bild der Realität zu bieten.

Die 1931 gemalte Straße in Berlin zeichnet sich durch die Gewalt ihrer Ikonographie und ihres Stils aus: In dieser Straßenszene zeigt Grosz die Einsamkeit von Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten. Die Bourgeois der damaligen Zeit, erkennbar an ihrer für die Mode der zwanziger Jahre typischen Kleidung, ihren Schweinegesichtern oder ihren prallen Formen, reiben sich die Schultern mit den Menschen, die hier das Aussehen eines von hinten gesehenen Metzgers annehmen, einer Schürze in der Taille gebunden. Die Geschichte bricht mitten auf der Bühne durch die Vermittlung einer schwarz gekleideten Frau ein, die Verkörperung der Kriegswitwe, einer allgegenwärtigen Figur in Deutschland, wo der Erste Weltkrieg eine ganze Generation dezimierte. Alle diese Menschen durchstreifen die Straßen, ohne dass sich ihre Wege kreuzen. Im Hintergrund erinnern von links nach rechts ein Bahnhofsschild, Metzgereien, ein von Waldgebieten umgebenes neues Gebäude und ein Auto daran, dass die Szene in der deutschen Hauptstadt spielt, dem Inbegriff der Moderne.

Dieses Grosz-Gemälde, das sich in bestimmten Merkmalen der karikaturistischen und schwärmenden Kunst von Hieronymus Bosch nähert, zeichnet sich dennoch durch seine Handwerkskunst aus: seinen skizzenhaften Charakter, seine schnellen und ungeordneten Pinselstriche, die Graffiti hervorrufen beliebt, sein Mangel an materiellen Effekten und die Dunkelheit seiner Töne kennzeichnen dieses Gemälde in seiner Zeit. Der Eindruck von Fragmentierung, Asymmetrie und Überschneidung von Plänen spiegelt städtische Raserei und Chaos wider.

Interpretation

Leben in Berlin in den Zwischenkriegsjahren

Berlin, das Gegenstand von Grosz 'Liebe, Angst und Hass war, weckte in diesem Werk die gleichen widersprüchlichen Gefühle bei den Künstlern, die sich dort niederließen, wobei die deutsche Hauptstadt zum Punkt geworden war Treffpunkt für europäische Avantgarden. Sein außerordentlich schnelles Wachstum im 19. Jahrhundert trug dazu bei, einen Ruf als Stadt der "Neureichen" zu etablieren. Die Bereicherung der bürgerlichen Klasse, die mit dem Wachstum des Proletariats in den 1920er und 1930er Jahren zusammenfiel, verstärkte nur die Kontraste zwischen den reichen und armen Vierteln. Darüber hinaus war Berlin lange Zeit Schauplatz blutiger Straßenkämpfe. Die schmutzige Armut und das Klima der Gewalt, die in Berlin ständig herrschten, bilden somit den Hintergrund der zu dieser Zeit durchgeführten Arbeiten. Aber Hitlers Machtantritt am 30. Januar 1933 setzte jedem künstlerischen Ausdruck ein Ende und führte zum Ruin der Berliner Zivilisation. Avantgardistische Künstler, die wie Grosz weder in den USA noch anderswo ins Exil konnten, wurden von den Nazis verfolgt und ihre Werke als "entartete Kunst" bezeichnet.

  • Deutschland
  • Berlin
  • Niederlage
  • Frauen
  • Modernismus
  • Stadt
  • Avantgarde
  • Bosch (Hieronymus)
  • soziale Krise
  • Dadaismus
  • Verfolgungen
  • Modernität
  • Weimarer Republik
  • Hitler (Adolf)

Literaturverzeichnis

Serge BERSTEIN und Pierre MILZA Deutschland von 1870 bis heute Nachdruck, Paris, A.Colin, 1999. Alfred DÖBLIN Berlin Alexanderplatz trad. fr., Paris, Gallimard, 1970J.-M.PALMIER Expressionismus und Kunst. 1- Porträt einer Generation Paris, Payot, 1979 Kollektiv Paris-Berlin, 1900-1933 [Ausstellung, Paris, Centre Georges-Pompidou, 12. Juli - 6. November 1978] Nachdruck, Paris, Editions du Centre Pompidou-Gallimard, 1992. Serge SABARSKYGeorge Grosz."Die Berliner Jahre". Zeichnungen und Aquarelle von 1912 bis 1931 [Ausstellung, Paris, Musée-Galerie de la Seita, 19. September - 25. November 1995], trad. fr., Paris, 1995. Uwe M. SCHNEEDE et alii George Grosz, Leben und Werk trad. fr., Paris: F. Maspero, 1979.

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Charlotte DENOËL, "Berlin in den 1930er Jahren: zwischen Raserei und Chaos"


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