Der elsässische Kuss

Der elsässische Kuss

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Titel: Der elsässische Kuss.

Autor: ANONYM (-)

Erstellungsdatum : 1919

Datum angezeigt: 1918

Maße: Höhe 21,4 - Breite 26,4

Technik und andere Indikationen: Chromolithographie auf Karton

Lagerraum: MuCEM-Website

Kontakt Copyright: © Foto RMN-Grand Palais

Bildreferenz: 01.2.36 / Inv. MNATP 993.2.419

Der elsässische Kuss.

© Foto RMN-Grand Palais

Erscheinungsdatum: September 2009

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Der elsässische Kuss

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Historischer Zusammenhang

Während des Ersten Weltkriegs bietet der Postkalender einige militärische Szenen, in denen die Truppen in Ruhe gezeigt werden (Essen an vorderster Front) oder Kompositionen, die die Modernität der französischen Armee hervorheben (Der Versandfahrer, Flugzeugjagd). In der Nachkriegszeit blühten "Siegeskalender" auf. Der häufigste Grund dafür war die Parade französischer oder alliierter Armeen auf den Champs-Elysées zu Pferd.

Bildanalyse

Es ist zu dieser Serie, dass Der elsässische Kuss. Das Thema, das zur Veranschaulichung dieses Kalenders ausgewählt wurde, ist die Ankunft französischer Truppen in einem elsässischen Dorf. Die Kavallerieparade, Trompeten an der Spitze, in einer Haltung, die eher auf die Parade als auf eine Befreiungsszene hindeutet. Das in den Farben Frankreichs geschmückte Dorf weist keine Anzeichen deutscher Besatzung auf. Das hier vorgestellte Elsass reagiert auf folkloristische Gemeinplätze, wobei das Bild visuelle Stereotypen ansammelt, die angeblich die elsässische Identität definieren: Fachwerkhäuser, Tannen, der im Hintergrund vorgeschlagene Berg und insbesondere die weiblichen Kostüme. Dies sind die volkstümlichen elsässischen Kostüme, wie sie in den 1920er Jahren abgebildet wurden, mit einer ziemlich genauen Notation der Weste und der Stickerei am unteren Rand des roten Kleides. Auf technischer Ebene wird das Bild in reiner Chromolithographie gedruckt, einer komplexen Technik mit einem hohen Selbstkostenpreis, deren Verwendung für Kalender für die 1880er und 1900er Jahre charakteristischer ist als für die 1920er Jahre. Es handelt sich um einen Kalender. Luxus, der sich radikal von der aktuellen Produktion der Kriegsjahre und der unmittelbaren Nachkriegsjahre abhebt. Diese späte Verwendung der Chromolithographie in einem Genre, in dem Screening-Techniken wie der Vierfarbdruck bereits gut etabliert sind, stellt an sich einen Schwerpunkt auf das dargestellte Thema dar: Die Befreiung des Elsass verdient eine besondere technische Behandlung.

Interpretation

Das Thema des Soldatenkusses, das in Befreiungsszenen alltäglich ist, wird durch eine Trennung von Genres und Altersgruppen verstärkt, die auf die Vereinigung eines weiblichen Elsass und eines männlichen Frankreichs hindeuten könnte: Die Soldaten mit einem Lächeln auf den Lippen sind es junge Männer, denen ihre Reiterqualität eine erhöhte Kraft verleiht. Das Elsass wird von Frauen, einem alten Mann und einem Kind vertreten. Die Szene zeigt nicht die Befreiung Straßburgs, sondern die einer kleinen ländlichen Stadt, wie die Enten im Vordergrund zeigen, ein Zeichen für die Anhaftung des gesamten Elsass an Frankreich.

  • Elsass Lothringen
  • Heer
  • dreifarbige Flagge
  • Folklore
  • Krieg von 14-18
  • Annexion
  • beliebte Bilder
  • Champs Elysees

Literaturverzeichnis

Pierre VALLAUD, 14-18, Erster Weltkrieg, Bände I und II, Paris, Fayard, 2004. Jean-Marie MAYEUR "Eine Grenzerinnerung: Elsass" in Pierre Nora (Dir) Gedenkstätte Paris, Gallimard réed. coll. "Quarto", 1997. Jean-Claude RICHEZ und Alfred WAHL Alltag im Elsass zwischen Frankreich und Deutschland Paris, Hachette, 1993.

Um diesen Artikel zu zitieren

Frédéric MAGUET, "Der Kuss der Elsässer"


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