Das Aufkommen der nationalen Souveränität

Das Aufkommen der nationalen Souveränität

Schließen

Titel: Mirabeau vor Dreux-Brézé (23. Juni 1789).

Autor: DELACROIX Eugène (1798 - 1863)

Erstellungsdatum : 1831

Datum angezeigt: 23. Juni 1789

Maße: Höhe 68 - Breite 82

Technik und andere Indikationen: Skizze für das Gemälde des Wettbewerbs von 1831 zur Dekoration des Tagungsraums im Palais Bourbon Oil auf Leinwand

Lagerraum: Website des Louvre-Museums (Paris)

Kontakt Copyright: © Foto RMN-Grand Palais - F. Raux

Bildreferenz: 99DE12256 / RF 1953-41

Mirabeau vor Dreux-Brézé (23. Juni 1789).

© Foto RMN-Grand Palais - F. Raux

Erscheinungsdatum: März 2016

Historischer Zusammenhang

Am 17. Juni 1789, sechs Wochen nach der Eröffnung der Generalstände, erklärte sich der Dritte Stand zusammen mit einem Teil des Klerus zur Nationalversammlung. Am 9. Juli wird die Nationalversammlung konstituierend.

Bildanalyse

Diese Arbeit ist die vorläufige Skizze des Gemäldes, das beim staatlichen Wettbewerb von 1831 (NyCarlsberg Glyptotek in Kopenhagen) für die Dekoration des Salle des Sessions im Palais-Bourbon präsentiert wurde. Die Szene ist in zwei Ebenen organisiert. In einer Ecke des Raumes, in der Perspektive, im Vordergrund, in einem dunklen Ton. Als Hintergrund dient eine nüchterne, aber beleuchtete Kolonnade unter einem eher barocken Gebälk und einer kaum angedeuteten Ecke der Decke; Die schwarzen Noten repräsentieren die Soldaten. In der Mitte steht Mirabeau mit dem Hut in der Hand und der ungestümen Geste. Er ist vor einer Masse von Abgeordneten zu sehen, die einheitlich in ein dunkles und strenges Gewand gekleidet sind. Sie sind beeindruckend in Stärke und Entschlossenheit.

Dreux-Brézé, rechts vor ihm, elegant und schlank, folgen die Massiere des Königs, gekleidet in schimmernde Dalmatik mit Lilie. Vor ihnen können wir skizzierte Rückenlehnen erkennen. Dahinter ist der leere Thron, der von einem Baldachin überragt wird, nichts weiter als ein Gespenst.

Eine kurze Skizze mit der spontanen und energischen Note der Romantiker. Diese Arbeit wird vom Kritiker Astruc als "Meisterwerk der Farbe, Einfachheit, des dramatischen Lebens" angesehen. Delacroix, der die Ästhetik der historischen Realität und die Gestaltungsfreiheit gegenüber dem offiziellen Programm vorgezogen hatte, sah sein Projekt nicht ausgewählt, zumal er sich nur mit zwei der drei für den Wettbewerb vorgeschlagenen Themen befasste: Mirabeau und Boissy d'Anglas.

Interpretation

In Guizots Augen bestand die Wahl dieser Schlüsselepisode der Französischen Revolution darin, die Bindung des Volkes an die konstitutionelle Monarchie zu festigen. Mirabeau, der Dreux-Brézé abwehrt, verkörpert in der Tat die Vertreter der Nation gegen die Bedrohung durch die Exekutivgewalt. Delacroix gehorcht hier jedoch nicht dem Erzählprogramm wie die Gewinner Hessen und Vinchon. Er feiert das Ereignis nicht, er tendiert nur durch Malen zum Ideal. Die feurige Berührung, das Licht, die Farbhighlights vermitteln die tiefe Bedeutung der Geschichte. Bezieht sich das wirkende Rot der Teppiche und Sitze nicht auf die blutige Zeit der Revolution? Und macht das Hell-Dunkel die Szene nicht von Angesicht zu Angesicht jenseits des Volkes: das Ancien Régime und die Revolution, das Gericht und die Nation, der Adel und das Volk, Privilegien und Gleichheit, Ende des Despotismus und Beginn einer neuen Ära?

  • Nationalversammlung
  • Demokratie
  • Abgeordnete
  • Generalstaaten
  • revolutionäre Figuren
  • Mirabeau (Honoré Gabriel Riqueti de)
  • Dritter Zustand

Literaturverzeichnis

François FURET und Mona OZOUF Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution Paris, Flammarion, 1988, Schilf. Sammlung "Champs", 1992. Sprecher der Französischen Revolution Band IParis, Gallimard, Bibliothèque de la Pléiade, 1989. Barthélemy JOBERT Delacroix Paris, Gallimard, 1997.

Um diesen Artikel zu zitieren

Malika DORBANI-BOUABDELLAH, "Das Aufkommen der nationalen Souveränität"


Video: Ist Deutschland eine Diktatur? Faktencheck