Elsass, eine verlorene Provinz

Elsass, eine verlorene Provinz

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Titel: Frankreich!! oder Elsass und Lothringen in Verzweiflung.

Autor: WEERTS Jean-Joseph (1847 - 1927)

Erstellungsdatum : 1906

Datum angezeigt:

Maße: Höhe 170 - Breite 230

Technik und andere Indikationen: Ölgemälde auf Leinwand

Lagerraum: Lorraine Museum of Nancy Website

Kontakt Copyright: © Musée Lorrain, Nancy - P. Mignot

Frankreich!! oder Elsass und Lothringen in Verzweiflung.

© Musée Lorrain, Nancy - P. Mignot

Erscheinungsdatum: März 2016

Historischer Zusammenhang

Ein patriotisches Gemälde - Das Thema der verlorenen Provinzen

Die Annexion des Elsass und eines Teils Lothringens durch Deutschland im Jahr 1871 verursachte einen starken emotionalen und intellektuellen Schock. In den Jahren nach der Niederlage verbreiteten sich fiktive Literatur, Bilder und populäre Lieder, die dem Drama der verlorenen Provinzen gewidmet waren. Bis um 1890 wurde das Thema von nationalistischen Kreisen und insbesondere den Boulangisten unermüdlich aufgegriffen.

Nach einer Pause von einigen Jahren tauchte es 1905 wieder auf, wie Charles Péguy beweist. Das Elsass und Lothringen erregten daraufhin einen patriotischen Aufschwung, der von Rache und gewalttätigem Antideutschismus angetrieben wurde.

Bildanalyse

Eine dramatisierte Allegorie, die das patriotische Gefühl erhöht

Als akademischer Maler studierte Weerts bei Cabanel an der Ecole des Beaux-Arts in Paris, bevor er eine Karriere als Porträtmaler und Maler der Geschichte begann. Mehrere seiner Gemälde (Für die Menschheit, für die Heimat1895 und Siegreiches Frankreich, die Bestrafung, 1918, Sorbonne-Kapelle, Staatsdepots) zeigen, wie sehr ihn das Thema patriotischer Gefühle verfolgte. Während er seiner akademischen Ausbildung treu blieb, malte er mit dem dramatischen Sinn, der ihn charakterisierte, Themen, die in der Realität seiner Zeit verwurzelt waren.

In der dunklen Landschaft einer vom Krieg zerstörten Landschaft porträtierte der Maler zwei schöne junge Frauen, Allegorien des Elsass und Lothringens. Während eine ihr Gesicht in einer theatralischen Geste verhüllt, um ihre Tränen zu verbergen, scheint die andere mit erhobenen Augen zum Eingreifen Gottes zu flehen. Innerhalb einer friesartigen Gesamtanordnung sind die beiden Figuren in einer Reihe von Dreiecken eingeschrieben, aus denen ein ausgestreckter Arm in Richtung des Zeichens "Frankreich" entweicht, das die Grenze symbolisiert. Die Hand, die sich direkt über dem Straßburger Dom befindet, kennzeichnet ihn deutlich.

Viele Maler haben das Bild der verlorenen Provinzen heraufbeschworen, meist in Form von zwei individualisierten Frauen, die ihre jeweiligen regionalen Kostüme tragen. Weerts entschied sich für eine weniger akademische Vertretung: Nichts kann das Elsass von Lothringen unterscheiden, und die beiden Provinzen sind mit demselben Unglück und derselben Hoffnung verbunden. Er übernahm daher die Auffassung von Frankreich als eine Versammlung verschiedener, aber konvergierender Einheiten, die dann die Grundlage aller Lehren und patriotischen Diskurse bildeten.

Interpretation

Ein Verlust, der schwer zu vergessen ist

Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1918 wurde die Frage des Verlustes des Elsass und Lothringens regelmäßig in einem Klima der Leidenschaft diskutiert, das nationalen Ruhm und Größe erhöht.

Dieses 1905 gemalte Gemälde zeugt von einer Wiederbelebung des französischen Patriotismus und dem "Erwachen" eines Teils der öffentlichen und intellektuellen Meinung. Dieses Nationalgefühl, besonders hervorgehoben von Charles Péguy in Unser Land im selben Jahr veröffentlicht, geht weit über die Reihen des unparlamentarischen Rechts hinaus. Die Rede Wilhelms II. In Tanger im Jahr 1905, die Wendungen der ersten Marokkankrise und die neue deutsche Bedrohung von 1911 waren alles Episoden, die zeigten, wie die Franzosen die Dauerhaftigkeit der Grenze von 1871 nicht akzeptieren konnten.

  • Allegorie
  • Elsass Lothringen
  • Nationalismus
  • Peguy (Charles)
  • Boulangismus
  • Patriotismus
  • Anti-Germanismus
  • beliebte Bilder
  • kollektive Vorstellungskraft
  • Annexion

Literaturverzeichnis

C. ACHERE, Frankreich! oder Elsass und Lothringen in Verzweiflung "Ein Gemälde von J.-J. Weerts im Musée Lorrain", Lothringen RegionNr. 3, Juli-September 1997.

Jean-Marie MAYEUR, "Eine Grenzerinnerung: Elsass", t. 2, im Pierre NORA (dir.), Gedenkstätte, Paris, Gallimard, 1988, Schilf. coll. "Quarto", 1997.

François ROTH, Der Krieg von 70, Paris, Fayard, 1990.

KOLLEKTIV, Jean-Joseph Weerts: historische Malerei und Porträtmalerei, Katalog der Ausstellung im Roubaix Museum, Editions du Musée de Roubaix, 1989.

Um diesen Artikel zu zitieren

Sabine BOUCHY DU PALUT, "Elsass, eine verlorene Provinz"


Video: Elsass Lothringen