15. Mai - 31. Juli 1942: Ausstellung "Arno Breker" in Paris

15. Mai - 31. Juli 1942: Ausstellung

Startseite ›Studien› 15. Mai - 31. Juli 1942: Ausstellung "Arno Breker" in Paris

Schließen

Titel: Plakat: Arno Breker.

Autor: ANONYM (-)

Erstellungsdatum : 1942

Datum angezeigt: 1942

Maße: Höhe 73 - Breite 40,5

Technik und andere Indikationen: Offset

Lagerraum: Orangerie Museum

Kontakt Copyright: © Alle Rechte vorbehalten, © ADAGP, © RMN - Grand Palais (Orangeriemuseum) / Stéphane Maréchalle

Bildreferenz: 09-517232

© Alle Rechte vorbehalten, ADAGP, RMN - Grand Palais (Orangeriemuseum) / Stéphane Maréchalle

Erscheinungsdatum: September 2013

Historischer Zusammenhang

Kulturelles Leben unter der Besatzung

Weit davon entfernt, aufzuhören, blieb das kulturelle Leben unter der Besatzung relativ lebhaft. Im ganzen Land und insbesondere in Paris werden Bücher veröffentlicht, Live-Shows gezeigt, Konzerte gegeben und Ausstellungen für die Öffentlichkeit angeboten, ziemlich zahlreich und unter den gegebenen Umständen ziemlich neugierig.

Vorbehaltlich der doppelten Kontrolle von Vichy und den Nazis können diese unterschiedlichen Aktivitäten offensichtlich der Propaganda der vorhandenen Mächte dienen. Wenn es trotz der Zensur bestimmten Künstlern, Theaterdirektoren, Museumskuratoren, Verlegern, Ausstellungskuratoren usw. manchmal gelingt, eine gewisse und überraschende Freiheit zu finden, bleibt die Tatsache bestehen, dass die meisten der Schöpfung und Verbreitung entsprechen voll und ganz der Logik und dem täglichen Leben der Besatzung.

So die wichtige Ausstellung Arno Breker, das vom 15. Mai bis 31. Juli 1942 in der Orangerie der Tuilerien stattfindet und dessen Plakat wir hier studieren, zeugt sowohl von der Realität dieses kulturellen Lebens als auch von seiner "politischen" Ausrichtung. Dieses an den Wänden der Hauptstadt sehr weit verbreitete Bild (sowie die Ausstellung und der Künstler, auf den es sich bezieht) prägt das Gewissen und die Repräsentation der Bevölkerung in seinem Ausmaß.

Bildanalyse

Arno Brekers Skulptur

Absichtlich nüchtern und direkt wirkt die Komposition des Plakats feierlich und sogar imposant. Vor einem festen schwarzen Hintergrund sticht das Weiß einer Reproduktion eines der berühmtesten Werke des deutschen Bildhauers hervor und nimmt mehr als die Hälfte des Dokuments ein. Unten und immer in Weiß der Name des Künstlers in großen Buchstaben, dann der Ort und die Daten der Ausstellung in kleiner.

Typisch für Brekers Skulptur ist diese Gipsarbeit von der Kunst des antiken Griechenlands (Klassik) inspiriert und repräsentiert mit großem Realismus das Gesicht einer jungen Frau mit regelmäßigen, sauberen, schönen und ruhigen Gesichtszügen. Die Arbeiten an den Haaren, den Details (Augen, Mund) und dem Ausdruck, die recht zeitgemäß sind, verleihen dem Ganzen jedoch einen charakteristischen Hauch von Modernität und beziehen sich auf die Statuenkunst (insbesondere italienisch und deutsch) der 1930er Jahre, die Breker half zu entstehen.

Interpretation

Eine "Nazi" -Kunst?

Nach seinen Anfängen in der abstrakten Skulptur wandte sich Arno Breker (1900-1991) eher klassischen Darstellungen zu, die ihm europaweit schnell große Anerkennung einbrachten. Nachdem er in Paris und dann in Rom geblieben war, kehrte er 1937 nach Deutschland zurück, wo er zum Professor an der Graduiertenschule der Schönen Künste in Berlin ernannt wurde. Von der nationalsozialistischen Macht geschätzt, Freund von Speer und von Hitler als Genie angesehen, erfüllt er mehrere Aufträge und führt zahlreiche Arbeiten zum Ruhm der Ideologie des Regimes aus.

Es ist daher ein „offizieller“ Künstler, wenn auch nicht engagiert, der in der Orangerie ausgestellt wird, die 1942 von der Stadt Paris und der französischen Regierung eingeladen wurde. Aufgrund dieses Kontextes und unabhängig vom Bild selbst Seine Ausstellung trägt eine starke ideologische und symbolische Botschaft. In der Hauptstadt der Künste soll es den Parisern die Realität, die Größe und die Majestät der "Nazi" -Kunst demonstrieren, von denen Breker einer der berühmtesten Mitwirkenden ist. Politisch muss ein solches Ereignis auch davon überzeugen, dass die Besatzer weder Barbaren noch Unterdrücker sind, die die gesamte von der III. Förderte Hochkultur (die der Zukunft) hervorheben und zugänglich machene Reich.

Das Plakat zur Ankündigung der Ausstellung Arno Breker kann sich auch auf die nationalsozialistische Ideologie beziehen. Ob es ihre Komposition oder die Skulptur darin ist (und im weiteren Sinne Brekers Werk), sie zeigt tatsächlich eine Ästhetik der Reinheit (oder Reinheit). Nüchtern und fast starr verbindet es schmucklose Bezüge zu klassischer Exzellenz mit einem futuristischeren Aspekt, der deutlich an die Werte der Zivilisation (sowohl Männer als auch künstlerische Produktionen) erinnert, die es hier ausstellt und auferlegt.

  • Krieg von 39-45
  • Hitler (Adolf)
  • Museum
  • Nazismus
  • Besetzung
  • Paris
  • Skulptur
  • Tuilerien
  • Speer (Albert)

Literaturverzeichnis

Jean-Pierre AZÉMA, Neue Geschichte des heutigen Frankreich, Band XIV „Von München bis zur Befreiung, 1938-1944“, Paris, Le Seuil, Slg. "Points Histoire", 1979, neu. ed. 2002.

Jean-Pierre AZÉMA und Olivier WIEVIORKA, Vichy, 1940-1944, Paris, Perrin, 1997.

Stéphanie CORCY, Kulturelles Leben unter der Besatzung, Paris, Perrin, 2005.

· Ronald HIRLÉ und Joe F. BODENSTEIN, Arno Breker, Straßburg, Éditions Hirlé, 2010.

Pierre LABORIE, Die Franzosen unter Vichy und der Besatzung, Toulouse, Mailand, umg. "The Essentials", 2003.

Gérard LEROY, Breker, Puiseaux, Pardès, coll. " Wer bin ich ? », 2002.

Um diesen Artikel zu zitieren

Alexandre SUMPF, "15. Mai - 31. Juli 1942: Ausstellung" Arno Breker "in Paris"


Video: COLOGNE: The Gestapo and Nazi torturing and and killing building Germany